Marmelade war nie Konfitüre

Vor der Konfitüren-Verordnung (1982) wurden Zubereitungen aus den verschiedensten Früchten als Marmelade bezeichnet. Es gab Einfrucht- und Mehrfruchtmarmeladen. Eine Marmelade durfte nur aus mit Zucker eingekochtem Fruchtmus oder Fruchtmark bestehen. Eine Konfitüre durfte Fruchtstücke enthalten.

Alles Brotaufstrich oder was?

Laut Konfitüren-Verordnung und EU-Vorschrift dürfen nur Fruchtaufstriche aus Zitrusfrüchten als Marmelade bezeichnet werden. Grund dafür ist der ältere englische Begriff Marmalade, der die besondere britische (Bitter-)Orangenmarmelade bezeichnet. Konfitüre darf nur aus einer Fruchtsorte bestehen, Gelee nur aus Fruchtsaft. Somit gibt es viele ähnlich beschaffene Produkte, die weder Marmelade, Konfitüre noch Gelee sind. Diese müssen in Deutschland als Brotaufstrich bezeichnet werden.

Der Siegeszug der Marmelade

Die Österreicher waren nicht bereit, auf ihre (Marillen-)Marmelade zu verzichten. Sie warfen ihrer Regierung vor, den Begriff Marmelade nicht geschützt zu haben. 2003 stritt sich Österreich mit der EU und Ende 2003 legte die EU-Kommission eine Ausnahmeregelung vor, nach der Kleinerzeuger ihre eingekochten Früchte weiterhin als Marmelade bezeichnen dürfen. Diese Gesetzesänderung wurde im Juni 2004 vom EU-Parlament bestätigt. Im Inland ist nun die bisherige Bezeichnung Marmelade erlaubt, nur auf Packungen für den Export muss Konfitüre aufgedruckt sein.