Fruchtaufstrich ohne (Lebensmittel-)Rechte

Im Lebensmittelrecht ist der Begriff Fruchtaufstrich zwar nicht definiert, Naturkostfirmen benutzen ihn aber aus gutem Grund: Marmeladen, Konfitüren und Gelees müssen nach dem Lebensmittelgesetz einen Gesamtzuckergehalt von mindestens 60% aufweisen (Ausnahme Konfitüre einfach und Gelee: 50%). Beim Zuckergehalt berücksichtigt werden Fruchtzucker und Industriezucker, alternative natürliche oder künstliche Süßmittel werden nicht erfaßt. Fruchtaufstriche aus Naturkostläden können aber mit Fruchtgehalten von 70% und natürlicher Süßung durch Honig oder Fruchtdicksaft aufwarten.

Fruchtaufstriche - Top oder Flop?

Bei Fruchtaufstrichen ist Vorsicht geboten. Der Fruchtgehalt eines Fruchtaufstriches bezieht sich NICHT nur auf die Frucht, nach der der Aufstrich benannt ist, sondern z.B. auch auf Apfeldicksaft oder sogenannte Füllfrüchte (Gurken, Kürbisse). Der Fruchtgehalt einer Konfitüre bezieht sich im Gegensatz dazu IMMER auf die Frucht, nach der die Konfitüre benannt ist. Fruchtaufstriche können also sowohl deutlich besser, als auch deutlich schlechter sein, als es das Gesetz für Konfitüren erlaubt. Also entweder Marmelade selber machen oder beim Einkauf etwas genauer auf das Etikett schauen:

  • Wie hoch ist der Fruchtgehalt?
  • Womit wurde gesüßt?
  • Welche Früchte und welche Zusatzstoffe sind enthalten?